„give a girl a robe“ – Initiative setzt sich nachhaltig für Frauenförderung in der Anwaltschaft ein

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Am 8. März 2025 fand bereits zum dritten Mal die Veranstaltung „give a girl a robe“ statt, organisiert und ausgerichtet von der Kasseler Rechtsanwalts- und Notarkanzlei SEEBACH FREY & PARTNER unter Federführung der Gründerin und Inhaberin, Rechtsanwältin und Notarin Annika Seebach. Über 40 Gäste – darunter Jurastudentinnen, Referendarinnen, Rechtsanwältinnen, zwei Notarinnen sowie eine Schülerin – kamen zusammen, um sich durch inspirierende Vorträge zu beruflichen Perspektiven und Karrierechancen in der Rechtsbranche motivieren zu lassen.

Die Veranstaltungsreihe „give a girl a robe“ entstand aus der Überzeugung, dass insbesondere junge Juristinnen mehr Vorbilder, mehr Sichtbarkeit und gezielte Unterstützung auf ihrem Karriereweg benötigen. Frauen sind in der Anwaltschaft zwar zunehmend vertreten, dennoch bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen hinsichtlich Gleichberechtigung, Karriereförderung und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Genau hier setzt die Initiative an.

In diesem Jahr präsentierten drei hochkarätige Speakerinnen ihre Perspektiven und Erfahrungen:

Annika Seebach eröffnete die Veranstaltung mit ihrem Vortrag „Die Gründung der eigenen Kanzlei – Juristin und Unternehmerin zugleich“. Sie stellte dar, wie wichtig unternehmerische Fähigkeiten und Kenntnisse für Juristinnen sind, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen möchten. „In der juristischen Ausbildung fehlt die Vermittlung von unternehmerischem Wissen. Dies schlägt sich deutlich in der Zahl der Gründer unter den Juristen nieder“, betonte Seebach. Ihre eigene Kanzlei gewann erst kürzlich den renommierten Kanzleigründerpreis des Soldan Instituts, was ihr Engagement für Innovation und Unternehmergeist unterstreicht. In ihrem Vortrag gab sie konkrete Tipps zur erfolgreichen Gründung, berichtete von eigenen Erfahrungen, Herausforderungen und zeigte Wege auf, diese zu meistern. Dabei ermutigte sie die Teilnehmerinnen, den Schritt in die Selbstständigkeit mit Mut und strategischer Planung anzugehen.

Dr. Tanja Nitschke, Rechtsanwältin, Journalistin und Geschäftsführerin der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) sowie Chefredakteurin der BRAK-Mitteilungen und des BRAK-Magazins, sprach zum Thema „Wie werde ich die Anwältin, die am besten zu mir passt?“. In ihrem motivierenden Vortrag gab sie zahlreiche Impulse, wie angehende und praktizierende Juristinnen ihren ganz persönlichen beruflichen Weg definieren können. Ihr pointiertes Zitat: „Männer würden es einfach machen und nicht drüber nachdenken“, regte viele Teilnehmerinnen zu einer intensiven und offenen Diskussion an. Sie betonte, dass gerade Frauen häufig zu kritisch mit sich selbst seien.

Ihre klaren Ratschläge zur Selbstpositionierung, persönlichen Zielsetzung und Nutzung eigener Stärken waren außerordentlich inspirierend.

Anna von Troschke, Business Coach und Trainerin für Juristinnen sowie Gründerin und Inhaberin einer Beratungsagentur“, widmete sich dem hochaktuellen Thema „Wie gehe ich in herausfordernden Zeiten gut mit mir um?“. Sie vermittelte anschaulich, wie essenziell Selbstfürsorge und mentale Gesundheit in der anspruchsvollen juristischen Ausbildung sind. Ihr Appell an die Zuhörerinnen lautete deutlich: „Gönnt euch Selbstfürsorge und seid nicht so streng zu euch.“ Von Troschke gab den Teilnehmerinnen hilfreiche Werkzeuge und Techniken an die Hand, um mit Stress und Herausforderungen besser umzugehen. Anhand von Praxisbeispielen und Übungen zeigte sie auf, wie wichtig eine gesunde Balance zwischen beruflicher Belastung und persönlicher Erholung ist, um langfristig erfolgreich zu sein und berufliche Zufriedenheit zu erreichen.

Neben den fachlichen Impulsen bot die Veranstaltung ausreichend Raum für Networking, Austausch und persönliche Gespräche in einer inspirierenden und offenen Atmosphäre. Viele Teilnehmerinnen nutzten diese Möglichkeit, um persönliche Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und Netzwerke aufzubauen, die weit über den Veranstaltungstag hinaus bestehen bleiben werden. Zusätzlich wurden interaktive Workshops angeboten, in denen die Teilnehmerinnen ihre individuellen Karriereziele und persönliche Herausforderungen offen diskutieren und gemeinsam Lösungen erarbeiten konnten.

Annika Seebach, die selbst durch den Tag führte und die Veranstaltung moderierte, zeigte sich begeistert von der erneut hohen Resonanz: „Wir möchten mit ‚give a girl a robe‘ junge Frauen bestärken, ihren Weg in der Anwaltschaft mutig und selbstbewusst zu gehen. Unser Ziel bleibt es, eine starke Gemeinschaft von engagierten Juristinnen aufzubauen.“ Sie unterstrich dabei insbesondere die Notwendigkeit, Frauen auf ihrem Karriereweg aktiv zu fördern, Vorbilder sichtbar zu machen und gegenseitigen Austausch zu ermöglichen.

SEEBACH FREY & PARTNER kündigte aufgrund der positiven Rückmeldungen bereits eine Fortsetzung der Veranstaltungsreihe an. Dabei sollen weitere Themen wie Führungsverantwortung, Work-Life-Balance und Digitalisierung im Fokus stehen, um den Teilnehmerinnen weiterhin ein vielfältiges und aktuelles Angebot bieten zu können.

Weitere Informationen zu „give a girl a robe“ sowie zukünftige Veranstaltungshinweise finden Sie auf der offiziellen Website der Initiative: www.giveagirlarobe.com.

Fotos © Luca Geselle

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Annika Seebach
Die Autorin ist Rechtsanwältin und Notarin. Sie ist Fachanwältin für Erbrecht.