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Für amerikanische Studierende führt der Weg zum Anwaltsberuf über die Law School. Das sind, anders als in Deutschland, juristische Fakultäten, die sehr unabhängig von den Mutterhochschulen agieren. Dabei hat jeder amerikanische Bundestaat andere Regeln über die Ausbildungszeit.
An der Law School bewirbt man sich mit einem Bachelor-Abschluss in einem beliebigen Fach. Um aufgenommen zu werden, muss man den "Law School Admission Test" (LSAT) bestehen. Das Aufbaustudium an der Law School dauert in der Regel drei Jahre.
Die Absolventinnen und Absolventen der Law School schließen ihr Studium mit dem "Juris Doctor", kurz J.D., ab. Um Anwältin oder Anwalt zu werden, muss man dann noch das "Bar Exam" des Staates bestehen, in dem man praktizieren möchte. In manchen Staaten gehört zu diesem Test sogar ein Charakter- oder Eignungstest. Für das Bar Exam gibt es noch private Vorbereitungskurse - ähnlich den Repetitorien in Deutschland.
Ausländische Jura-Studierende können an fast allen amerikanischen Law Schools einen "Master of Laws", bekannt als LL.M., erlangen. Das ist ein teurer Spaß: Für die Studiengebühren sollte man sich um ein Stipendium bemühen. Einige amerikanische Staaten wie New York oder Kalifornien erlauben dann die Teilnahme am Bar Exam ohne einen vollen Law School-Abschluss. Es reicht dort, wenn man eine bestimmte Zeit unter der Aufsicht eines Gerichts oder in einer Kanzlei gelernt hat. Damit ist man dann zugelassener Anwalt.
Auch ohne Bar Exam ist es möglich in Kanzleien unterzukommen, wenn diese keine Anwaltszulassung voraussetzen und davon profitieren, wenn Kenntnisse des Deutschen Rechts vorhanden sind.
Das Jura-Studium in den USA ist sehr kostspielig. Die reinen Studiengebühren reichen von jährlich 10.000 Euro bis 57.000 Euro für die Spitzenuniversitäten Harvard & Co. Dazu kommen dann noch Lebenshaltungskosten und Lernmaterial – und die Kosten für das vorangegangene Bachelorstudium.
Wer sich den Traum vom Studium in den USA dennoch erfüllen will, kann sich auf Stipendien verschiedener Institutionen bewerben, vom DAAD, der Fulbright-Kommission und vielen anderen Stipendiengebern.
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