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Jura ist dein Traumstudium? Das ist schon mal super. Auf eine Universität musst du dich allerdings nicht für alle Zeit festlegen, denn du hast immer die Möglichkeit, deinen Studienort zu ändern. Für einen Uniwechsel kann es verschiedene Gründe geben und oft ist der Switch gar nicht so kompliziert. Allerdings erfordert er einen gewissen organisatorischen Aufwand. Bewerbungen müssen geschrieben, Deadlines eingehalten werden. Mit diesen Tipps schaffst du deinen Uniwechsel mit links.
Für einen Studienortwechsel kann es viele Gründe geben. Sehr häufig spielt der Umzug in eine neue Stadt eine Rolle, zum Beispiel weil die Lebensumstände sich geändert haben, oder man dem Partner, der Partnerin oder der Familie näher sein möchte.
Die Anforderungen der Unis an neue Studierende im höheren Fachsemester sind oft sogar niedriger, als bei den Erstis. Deshalb wechseln auch viele Studierende erst später an ihre Traum-Uni, an der sie zuerst keinen Studienplatz ergattern konnten. Vielleicht ermöglicht ein Uniwechsel es dir aber auch, in deine Lieblingsstadt zu ziehen, etwa von der Kleinstadt in die Metropole, oder andersherum.
Ein Uniwechsel kann auch aufgrund fachlicher Unterschiede erfolgen. Manche Unis bieten im Rahmen des Jurastudiums ganz andere Fächer oder Schwerpunkte an als andere. Viele haben auch spezielle Auslands- oder Masterprogramme. Der Uniwechsel kann also auch eine Chance sein, sich beruflich zu verwirklichen. Gerade wenn man mit dem Angebot der eigenen Uni nicht ganz zufrieden ist, kann es sich also lohnen, auch mal in den Vorlesungsverzeichnissen anderer Universitäten zu stöbern.
Neue Uni – neue Chance. Der Wechsel kann außerdem ein echter Motivations-Kick sein. Ein neues Umfeld mit inspirierenden Menschen lässt das langatmige Jurastudium schon nicht mehr ganz so endlos erscheinen. Gerade in Jura sind außerdem Universitäten attraktiv, die neben dem Examen auch den Bachelor of Laws als ersten Hochschulabschluss anbieten. Dafür kann man schon mal einen Wechsel wagen.
Grundsätzlich kann man zu jedem Zeitpunkt im Studium die Uni wechseln. Etwa nach den Zwischenprüfungen, nach dem Hauptstudium oder sogar vor der Examensvorbereitung. Jede Station hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, doch mit genügend Vorlaufzeit lässt sich der Wechsel meist problemlos bewerkstelligen. Allein mitten im Semester wird der Wechsel schwierig.
Viele Studierende, die schon länger mit einem Standortwechsel liebäugeln, warten die Zwischenprüfungen im Jurastudium ab. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man hat bereits erste Noten, mit denen man sich an der neuen Uni bewerben kann und das Zwischenzeugnis wird deutschlandweit von allen Unis anerkannt. Auch haben die Unis nach den Zwischenprüfungen häufig mehr Kapazitäten für Neuankömmlinge im höheren Semester, weil sich andere Studierende umorientiert haben oder die Zwischenprüfung nicht bewältigen konnten.
Aber auch später im Studium, zum Beispiel nach dem Hauptstudium kann man noch wechseln. Wer etwa einen ganz bestimmten Schwerpunkt machen möchte, oder an einem Auslandsprogramm teilnehmen will, hat auch jetzt noch gute Chancen, an der Wunsch-Uni aufgenommen zu werden. Es kann allerdings sein, dass man in diesem Fall bestimmte Klausuren nachholen muss oder die eine oder andere Prüfung sogar „umsonst“ geschrieben hat, weil die Prüfungsordnung der neuen Uni abweicht.
Manche Studierende wechseln sogar erst kurz vor (oder während) der Examensvorbereitung. Das hängt häufig mit den jeweiligen Lebensumständen zusammen, ist aber durchaus möglich. Mit Blick auf die Wartezeiten zwischen Examen und Referendariat kann ein später Wechsel sogar taktisch klug sein. Wer zum Beispiel sein Examen in Berlin gemacht hat, kann sich beim Referendariat auf weniger Wartezeit einstellen.
Natürlich musst du an deiner Wunsch-Universität angenommen werden. Wenn du bereits Rechtswissenschaften an einer anderen Uni studierst, ist es zumeist nur eine Frage der Kapazitäten deiner neuen Hochschule. Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten, wie der Uniwechsel gelingen kann:
Ob es für deinen gewünschten Studiengang Zulassungsbeschränkungen gibt, kannst du in der Studienordnung oder im Studiengang-Profil deiner neuen Uni herausfinden. Bei einem Studiengang ohne Zulassungsbeschränkungen kannst du dich sofort einschreiben, es gibt keine weiteren Voraussetzungen. Allerdings stehen die Chancen nicht so gut, denn an den meisten Unis ist Jura ein zulassungsbeschränktes Fach.
Wenn der Studiengang deiner Wusch-Uni zulassungsbeschränkt ist, musst du dich um einen Studienplatz bewerben. Alle Infos und Fristen dazu finden sich normalerweise auf der Website der Fakultät oder Studienverwaltung. Einen Überblick über die notwendigen Dokumente findest du weiter unten.
Es ist auch möglich gezielt mit einer oder einem Studierenden deiner Wunsch-Uni den Studienplatz zu tauschen. Die Person muss im gleichen Semester und Studiengang sein und natürlich an deine Uni wechseln wollen. Häufig finden sich solche Tauschpaare über social media oder auf extra dafür eingerichteten Plattformen, wie „studienplatztausch.de“. Mit dem Studienplatztausch umgeht ihr den offiziellen Zulassungsprozess und beantragt einfach den Tausch bei eurer jeweiligen Uni. Die notwendigen Dokumente müsst ihr natürlich trotzdem einreichen.
Wer mit dem Gedanken spielt, die Uni zu wechseln, sollte zunächst einige Dinge erledigen, bevor die endgültige Entscheidung fällt. Ganz wichtig ist es natürlich, sich über seine neue Uni zu informieren. Wenn es möglich ist, solltest du deiner zukünftigen Hochschule auf jeden Fall einen Besuch abstatten, dir den Campus ansehen und dir einen persönlichen Eindruck verschaffen. Sehr hilfreich kann es auch sein, als Gasthörer:in einigen Vorlesungen beizuwohnen. Eine Gasthörerschaft muss man aber mitunter im Vorhinein bei der Fakultät beantragen. Außerdem solltest du die Gelegenheit nutzen und mit deinen neuen Kommiliton:innen ins Gespräch kommen. Von ihnen bekommst du einen authentischen Bericht über alles, was nicht in der Prüfungsordnung steht – von der Qualität des Mensa-Essens bis hin zu Meinungen über alle Professor:innen.
Bevor du dich für einen Uniwechsel entscheidest, sollte unbedingt ein Beratungsgespräch mit der Studienberatung deiner neuen Uni auf der To do-Liste stehen. Ein solches Gespräch ist der einfachste Weg, an alle relevanten Informationen, wie Fristen, notwendige Dokumente und weiteres Vorgehen zu gelangen. Die Sprechzeiten der Studienberatung lassen sich auf der Website der Fakultät finden, häufig muss man auch vorher einen Termin vereinbaren.
Als nächstes solltest du dir alle Fristen und Deadlines für deinen Uniwechsel raussuchen und sie rot in deinem Kalender anstreichen. Sieh zu, dass du für alle zu erledigenden Aufgaben genug Vorlaufzeit einplanst.
Jetzt geht es in die heiße Phase. Du musst bei deiner bisherigen Uni die Exmatrikulation beantragen. Das geht meist nur zum Semesterende, außer, es gibt einen zwingenden Grund, die Uni mitten im Semester zu verlassen. Achte darauf, dass deine Exmatrikulation zeitlich mit dem Start an deiner neuen Uni zusammenfällt. Sollte dazwischen nämlich eine Spanne von mehreren Monaten liegen, verlierst du deinen Status als studierend und das kann im Zweifel Probleme mit der Krankenversicherung oder dem Bafög nach sich ziehen.
Als nächstes solltest du die notwendigen Unterlagen für den Wechsel zusammensuchen. Erneut: Plane dafür genug Zeit ein, denn einige Dokumente müssen bei offizieller Stelle beglaubigt werden. Beglaubigen kann grundsätzlich immer die ausstellende Behörde (also zum Beispiel deine Uni) oder eine staatliche Behörde. Welche Dokumente du für den Wechsel brauchst, haben wir unten aufgelistet.
Bei deiner neuen Uni musst du im Zuge des Wechsels einen Einstufungsantrag stellen. Dabei wird entschieden in welches Semester du eingestuft wirst. Achtung: Es muss nicht immer das Semester sein, in das du bei deiner alten Uni gekommen wärst. Es kann sein, dass der Wechsel dich um ein Semester nach hinten wirft, in der Regel aber nicht mehr.
Schließlich musst du dich noch an deiner neuen Uni immatrikulieren, indem du die Semestergebühren bezahlst, und dich in deine gewünschten Kurse einschreiben. Jetzt ist der Wechsel vollzogen und du kannst an deiner neuen Uni durchstarten.
Welche Dokumente für den Wechsel benötigt werden, kann von Uni zu Uni unterschiedlich sein. Am besten informierst du dich über die Website der Fakultät oder bei der Studienberatung.
Häufig musst du bei deiner alten Uni eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung beantragen. Diese sagt aus, dass du deinen Prüfungsanspruch noch nicht verloren hast (indem du etwa dreimal durch eine Prüfung gefallen bist).
Außerdem brauchst du Leistungsnachweise und Zeugnisse deiner bisherigen Studienleistungen. Normalerweise kann man diese Dokumente einfach im Studienportal der jeweiligen Uni herunterladen. Aber Achtung: Häufig müssen die Nachweise beglaubigt werden. Gerade größere Unis haben dafür eine eigene Beglaubigungsstelle in der zentralen Verwaltung. Für die Beglaubigung bezahlt man häufig eine kleine Verwaltungsgebühr. Manche Unis verlangen auch eine Studienverlaufsbescheinigung.
Du kannst nur immatrikuliert werden, wenn eine Exmatrikulationsbescheinigung deiner vorherigen Uni vorliegt. Diese musst du persönlich beim Studienbüro beantragen und meist noch beglaubigen lassen.
Persönliche Dokumente wie Kopie des Personalausweises werden von den meisten Unis gefordert. Gelegentlich musst du auch mit deinem Abi-Zeugnis deine Hochschulzugangsberechtigung nachweisen.
Bei deiner neuen Uni stellst du schließlich einen Einstufungsantrag. Dadurch wird festgelegt, in welches Semester du kommst. Ein gesonderter Immatrikulationsantrag ist manchmal ebenfalls nötig. Bei vielen Unis reicht es aber, wenn du den Semesterbeitrag bezahlst.
Die Anrechnung von bisherigen Studienleistungen ist eine heikle Angelegenheit. Besonders, wenn du bei deinem Wechsel Bundesländergrenzen überschreitest, kann es sein, dass die Prüfungsordnungen abweichen. Wenn deine bereits abgelegten Prüfungen in Art und Umfang vergleichbar sind und es genug inhaltliche Übereinstimmung gibt, wird die Klausur, mündliche Prüfung oder Hausarbeit in der Regel anerkannt. Wie viele Prüfungsleistungen erbracht werden müssen und in welchen Fächern, kann aber variieren. Es kann deshalb sein, dass bestimmte Leistungen nicht anerkannt werden, oder du bestimmte Klausuren „umsonst“ geschrieben hast, da eine solche Prüfungsleistung von deiner neuen Uni nicht verlangt wird. Genauso kann es sein, dass zusätzliche Prüfungen auf dich zukommen.
Ob deine Prüfungen weitgehend anerkannt werden, kannst du auf zwei Arten herausfinden:
Meist verläuft der Uniwechsel reibungslos – vor allem wenn man sich rechtzeitig an die entsprechenden Beratungsstellen wendet, die Studierende beim Wechsel unterstützen. Es schadet dennoch nicht, einige Punkte im Hinterkopf zu haben, um böse Überraschungen zu vermeiden:
Es gibt einige Dinge zu beachten, aber mit der richtigen Planung wird der Hochschulwechsel kinderleicht. Hier eine Checkliste damit der Uniwechsel im Jurastudium problemlos gelingt:
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