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Podcasts werden immer beliebter und ein Thema kommt dabei nicht zu kurz: Jura. Von Jurastudierenden bis zur Juristin und zum Juristen, immer mehr Menschen hören zu. Juristische Podcasts begleiten vom ersten Semester bis zur Examensvorbereitung und verschaffen einen Überblick über Rechtsprechung und Politik. Gerade die Faszination „True Crime“ bringt aber auch viele Nichtjuristinnen und Nichtjuristen zum Einschalten.
Jurapodcasts sind Sprachrohr von und für Juristinnen und Juristen und allen anderen Interessierten. Als mittlerweile fester Bestandteil unserer Rechtskommunikation vermitteln sie rechtliche, politische und wirtschaftliche Zusammenhänge. Das hat sogar das Wirtschaftsministerium erkannt und passt sich mit einem eigenen Podcast („Recht so?!“) der Moderne an. Doch welcher Podcast eignet sich für was am besten? Wir haben uns durchgehört und empfehlen die Top 7 Jura Podcasts, die du kennen solltest. Ein bisschen Eigenwerbung darf aber auch nicht fehlen: Wir stellen unseren Jubiläumspodcast „zuRechtgehört!“ vor – ebenso ein echtes Hörerlebnis!
Dass eine der renommiertesten Zeitungen – die Frankfurter Allgemeine – einen der bekanntesten Podcasts zu „Recht, Justiz und Politik“ hervorbringt, dürfte wohl kein Wunder sein. Seit Ende 2017 werden im „F.A.Z. Einspruch“ jeden Mittwoch von den Journalisten Corinna Budras und Constantin van Lijnden die wichtigsten juristischen Entwicklungen dargestellt. Eine bis eineinhalb Stunden werden aktuelle Urteile, Gesetzesentwürfe und rechtliche Vorgänge auf nationaler und internationaler Ebene besprochen und kritisch hinterfragt. Dabei wird auch mal kontrovers diskutiert. Jede Folge wird mit „dem gerechten Urteil“ abgerundet, einem Urteil, das nicht immer öffentlichkeitswirksam, dafür aber besonders gerecht ist.
Was den Podcast auszeichnet ist die Vielfalt an behandelten Urteilen und Rechtsentwicklungen. Sämtliche Rechtegebiete und Instanzen werden abgedeckt. Der Fokus liegt dennoch auf den wichtigen, meist höchstrichterlichen, Entscheidungen. Dadurch wird ein umfassendes Bild der rechtlichen und politischen Lage vermittelt.
Zwar können die Gespräche manchmal ein wenig trocken sein, der Podcast eignet sich aufgrund seiner Qualität, Aktualität und Schwerpunktsetzung aber ideal zum Verfolgen aktueller Rechtsprechung und juristischer „hot topics“. Er ist deswegen vor allem Examenskandidaten und Denjenigen zu empfehlen, die sich einen Überblick über aktuelle juristische und politische Entwicklungen verschaffen möchten.
Hier geht's zum Podcast "F.A.Z. Einspruch".
Ob im Fernsehen, auf Netflix oder bei abendlicher Bettlektüre – selten war das Interesse an wahren Kriminalgeschichten so hoch wie heute. Die Faszination „True Crime“ hat auch die Welt der Jurapodcasts längst erobert. In ihrem Podcast „Zeit Verbrechen“ widmen sich die Redakteure Sabine Rückert und Andreas Sentker seit April 2018 jeden zweiten Dienstag einem realen Kriminalfall. Von Kriegsverbrechern, über psychisch kranke Täter und Familiendramen bis zum korrupten Richter wird eine knappe Stunde jedes Verbrechen auseinandergenommen.
Während die beiden Podcaster in den Anfängen die Fälle selbst vorstellten, wird mittlerweile in jeder Folge ein hauseigener Journalist hinzugezogen. Dieser hat die jeweilige Kriminalgeschichte recherchiert, oder sogar aufgedeckt und kann aus erster Hand berichten. Es entspannt sich ein ansprechender und spannender Dialog, den die beiden Podcaster durch ihre langjährige journalistische Erfahrung und gezieltes Nachfragen zu leiten wissen. Kein noch so erschreckender Kriminalfall vermag die ruhige Gesprächsatmosphäre zu stören. Es wird aber auch auf Probleme des Rechtsstaates und mögliche Reformbestrebungen hingewiesen.
Die Mischung aus älteren und neueren, bekannten und unbekannten strafrechtlichen Fällen ergänzt vielleicht nicht unbedingt den Lernplan. Der Podcast unterhält aber sowohl Juristinnen und Juristen, Nichtjuristinnen und Nichtjuristen und vor allem jeden „True Crime“-Fan. Einfach ein Must-hear!
Hier geht's zum Podcast "Verbrechen".
Seit März 2020 gibt es noch mehr Auswahl für „True Crime“-Anhänger mit dem SWR2 „True Crime“-Podcast „Sprechen wir über Mord“. Jeden zweiten Montag besprechen die Moderatorin Viktoria Merkulova, der ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt und der ehemalige Bundesrichter Thomas Fischer ein Gewaltverbrechen mit tödlichem Ausgang. Die Fälle haben oft bundesweit für Aufsehen gesorgt und zeichnen sich durch ein als besonders hoch empfundenes Maß an Brutalität aus.
Doch das ist es, was den Podcast gerade so spannend macht: Die Frage danach, ob eine als brutal empfundene Straftat anders behandelt werden sollte. Bei rechtlicher und ethischer Betrachtung könnten die Ansichten der Podcaster oft nicht unterschiedlicher sein. Während Merkulova als Journalistin das Bauchgefühl der Bevölkerung aufzeigt, wie emotional jeder Fall mitsamt seinem Strafmaß wahrgenommen wird, stellt das Strafrechtsunikat Fischer rational die juristische Seite anhand geltenden Rechts dar. Seine Expertise und Schlagfertigkeit sind dabei unübertroffen.
Das Hörerlebnis ist für (angehende) Juristinnen und Juristen sowie Nichtjuristinnen und Nichtjuristen dabei ein völlig anderes. Zwar nicht zwingend zur Erweiterung des Lernplanes, aber zur Erweiterung des gegenseitigen Verständnisses und Verbesserung von Rechtskommunikation ist der Podcast optimal. Wer schon immer einmal durch die Augen eines Bundesrichters Fälle betrachten wollte, nicht zu zart besaitet ist oder einfach seiner "True Crime"-Leidenschaft nachgehen möchte, sollte sich den Podcast nicht entgehen lassen.
Hier geht's zum Podcast "Sprechen wir über Mord?!".
Was mache ich, wenn mein Studium abgeschlossen ist? Wie komme ich eigentlich an einen Richterposten und was, wenn ich doch etwas anderes machen möchte? Nützt mir der Moot Court wirklich?
Diese Fragen stellt Marc Ohrendorf in seinem Podcast „Irgendwas mit Recht“. Zwei bis dreimal im Monat führt der Jurist für Legal Tribune Online Interviews mit (angehenden) Justinnen und Juristen aus verschiedenen Berufen und Branchen. Von Polizist bis Professorin, Schiedsrichterin bis Gerichtsreporter, IT- bis Baurechtler, sogar die Kollegen von F.A.Z. Einspruch wurden schon interviewt. Diese Vielfalt verschafft einen realistischen Überblick über die juristische Landschaft mit all ihren Perspektiven und Karrieremöglichkeiten.
In verschieden langen Gesprächen werden der jeweilige Gast, dessen Berufsbild und vor allem dessen Werdegang thematisiert. Welche Entscheidungen wurden vor, während und nach dem Studium getroffen und welche ebneten den Karriereweg? Fragen, die sich fast jede/r Jurastudierende/r früher oder später einmal stellt.
Der Podcast richtet sich dadurch gezielt an angehende Jungjuristinnen und Jungjuristen mit einem oder beiden Staatsexamina, die sich auf ihrem Weg noch inspirieren lassen.
Hier geht's zum Podcast "Irgendwas mit Recht".
Die Corona-Pandemie hat die Welt schwer gezeichnet, aber es gab auch positive Veränderungen. So zum Beispiel die Entstehung des Jurapodcasts „Verfassungsblog: Corona Constitutional“ im April 2020. Mehrfach im Monat wird in knapp einer halben Stunde ein nationales, europäisches oder auch internationales öffentlich-rechtliches Problem oder höchstinstanzliches Urteil erörtert. Dazu lädt der Hauptmoderator, der Journalist und Jurist Maximilian Steinbeis einen oft namenhaften deutsch- oder englischsprachigen Experten ein.
Auf der Verfassungsblog-Webseite berichten bereits seit mehreren Jahren etliche Juristinnen und Juristen über öffentlich-rechtliche Rechtsprechungsentwicklungen, Gesetzesinitiativen und Missstände in Deutschland und Europa. Sowohl auf Englisch, als auch auf Deutsch werden Lösungsansätze und Urteile vorgestellt und hinterfragt. Diese Expertise setzt sich im Podcast fort.
Der Podcast ist ideal, um auf dem Gebiet des Öffentlichen Rechts auf dem neusten Stand zu bleiben. Dabei wird nicht nur auf rechtliche, sondern auch auf wirtschaftliche oder politische Zusammenhänge verwiesen. Der Verfassungsblog dient damit nicht unbedingt der klassischen juristischen Ausbildung im Studium, bereitet aber ergänzend auf Prüfungsgespräche der Examina vor.
Hier geht's zum Podcast "Corona Constitutional".
Neben dem Studium gibt es auch noch was anderes? Wie lerne ich eigentlich richtig? Was sind Jura-Influencerinnen? Wie kommt man in die Großkanzlei und was machen eigentlich Staatsanwältinnen und Staatsanwälte?
Diese und andere Fragen beantwortet Moritz Mümmler wöchentlich meist dreißig Minuten lang. Dabei führt der ehemalige Jurastudent Interviews mit Dozentinnen und Dozenten, Anwältinnen und Anwälten und Jura-Influencerinnen und Influencern. Er stellt aber auch Lernmethoden vor oder berichtet von seinem persönlichen Werdegang. Seit 2018 lässt er dabei weder Höhen noch Tiefen aus und begeistert seine Zuhörer durch Authentizität und seine lockere Art.
Der Jungunternehmer betreibt erfolgreich zwei Start-Ups, eines davon dürfte vielen Jurastudierenden ein Begriff sein: The Lawyal One (ein bayerisches Start-Up, das Taschen für den Schönfelder herstellt). Seine Erfahrung ermöglicht ihm einen Weitblick, der Studierenden manchmal noch fehlt. Es wird vor allem eins deutlich: das Studium ist wichtig, aber nicht alles im Leben. Und wer sich für das Studium der Rechtswissenschaft entscheidet, wird irgendwann erkennen, dass es neben Struktur und Planung unerlässlich ist, einen persönlichen Ausgleich zu finden.
Der Podcast richtet sich vorrangig an Studierende, Referendarinnen und Referendare. Für das kommende Jahr hat Mümmler Änderungen angekündigt – es bleibt also weiter spannend.
Hier geht's zum Podcast "Liberté, Égalité, BGB!".
Die „Lage der Nation – der Politikpodcast aus Berlin“ ist für viele Hörer und Hörerinnen, das Pendant zur 20-Uhr-Sendung der Tagesschau: Der Allrounder, der Klassiker. Die Zusammenfassung des politischen Geschehens.
Bereits seit 2016 informieren der Journalist Philip Banse und Ulf Buermeyer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Freiheitsrechte und Richter, ihre Zuhörer jeden Samstag über das politische Geschehen der vergangenen Woche. In ein- bis anderthalb Stunden werden manchmal aber auch deutsche Politiker oder Wirtschafts- oder Rechtsexperten interviewt. Die Podcaster beziehen kritisch Stellung, regen zum Nachdenken an und liefern eine qualitativ hochwertige Auswahl an Themen. Eins ist gewiss: Wer den Podcast aufmerksam verfolgt, ist politisch immer auf dem neusten Stand.
Durch seinen juristischen Hintergrund gelingt es Buermeyer gekonnt, rechtliche Aspekte zu thematisieren und vereinfacht darzustellen. Doch auch hier gilt: Die Mischung macht‘s.
Die Lage richtet sich an alle, ob Juristin oder Jurist, Rechtsreferendarin oder Rechtsreferendar, Jurastudierende oder Interessierte. Wer reinhört, kann nur gewinnen.
Hier geht's zum Podcast "Lage der Nation".
1871 gegründet, 1933 gleichgeschaltet, 1948 neu gegründet: Der DAV als die freie Stimme der Anwaltschaft blickt auf eine facettenreiche Geschichte zurück. Der Podcast „zuRechtgehört! – vom Advocaten zur Anwältin“ zum 150. Geburtstag des Deutschen Anwaltvereins reflektiert, um für das Hier und Heute zu begreifen: Wie streiten Anwältinnen und Anwälte für Recht, Freiheit und Demokratie und die Interessen Ihrer Mandantinnen und Mandanten? Warum braucht die Anwaltschaft einen starken, freien Berufsverband?
Von der Deutschen Teilung über die Freiheit der Anwaltschaft bis zu „Equal Rights“ und „Anwaltsgeheimnis unter Druck“ - in insgesamt 12 Folgen verhandelt der Podcast ein breites Spektrum an Themen. Zeitzeugen sorgen für Lebendigkeit, Expert*innen verschiedenster Gebiete kommen zu Wort.
Hier geht's zum Podcast "zuRechtgehört".
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