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Die Wirkung eines professionell eingerichteten LinkedIn-Profils wird oft genug unterschätzt. Erfahren Sie im Folgenden zehn Tipps, warum Sie bereits als Student:in oder Referendar:in auf LinkedIn qualifiziert sichtbar sein und damit bereits vor Ihrem Berufseinstieg diese Plattform für Ihr Personal Branding und Networking nutzen sollten.
Neben Xing ist LinkedIn eine der bekanntesten Business-Networking-Plattformen. Zu Beginn des Jahres 2023 nutzten etwa 19 Millionen Menschen das Netzwerk im deutschsprachigen Raum. Die Mehrzahl von ihnen sind Hochschulabsolvent:innen wie Sie. Für etwa 40 Prozent der Nutzer:innen ist dieses Social Network mittlerweile der effektivste Kanal, um qualitativ hochwertige Kontakte zu generieren.
Wenn Sie also schnell und unkompliziert Kontakte zu potentiellen Praktikums-, Referendariats- oder gar Arbeitgeber:innen und damit im besten Fall zu zukünftigen Kolleg:innen knüpfen oder auch bereits bestehende ausbauen wollen, dann sollten Sie ab sofort (auch) auf LinkedIn aktiv sein.
Darüber hinaus ist LinkedIn eine Suchmaschine, über die Sie alle Informationen erhalten, die Sie zu Ihren Netzwerkkontakten wissen wollen. Zudem können Sie auch Einzelheiten zu Menschen recherchieren, die noch nicht in Ihrem Netzwerk sind. Mit diesem Wissen lassen sich anschließend diese gezielt kontaktieren oder auch bereits vorhandene Kontakte erneut ansprechen.
Wollen Sie sichtbar werden und möglichst viele Menschen erreichen? Dann ist das LinkedIn-Profil Ihr Medium schlechthin, und es ist sogar kostenlos. Im Google-Ranking regelmäßig oben angezeigt können Sie darüber Ihr Know-how, Ihre ersten berufspraktischen Erfahrungen, Ihre Ehrenämter usw. online weit verbreiten. Denn Sie können in Ihrem Profil nicht nur dies darstellen, sondern weit mehr über sich erzählen oder durch Empfehlungen andere für sich sprechen lassen, als es Ihnen später im Berufsleben bspw. als Anwält:in auf der Visitenkarte oder Kanzlei-Website möglich wäre.
Nicht auf LinkedIn zu sein bedeutet, dass Sie für potentielle Praktikums-/Referendarplatz-/Arbeitgeber:innen und Kolleg:innen im Grunde unsichtbar und damit auch uninteressant sind.
Bereits als Studierende:r oder Referendar:in haben Sie fachliches Know-how zu bieten, auch wenn sich dieses oft noch im Aufbau befindet. Machen Sie Ihr Wissen durch Nennung der einzelnen Stationen Ihrer Ausbildung sowie erster praktischer Erfahrungen in Ihrem Profil sichtbar. Punkten Sie darüber hinaus mit Ihren persönlichen Qualitäten im Info-Text und entsprechenden Angaben zu Ihrem Ehrenamt.
Überlegen Sie sich auch, welche Schlagwörter zu Ihnen, Ihrer Expertise und Ihrer Persönlichkeit passen und binden Sie diese an den passenden Stellen, so bspw. in Ihrem Profilslogan, mit ein.
Achten Sie darauf, dass Sie auf Ihrem Profil ein professionelles Foto hinterlegen, auf dem Sie gut zu erkennen sind. Haben Sie darüber hinaus ein Foto oder gar eine Grafik, die zu Ihnen und Ihren beruflichen Ambitionen passt, können Sie diese als Banner hinterlegen.
Bitten Sie andere Personen, für die Sie u. a. als Praktikant:in oder Referendar:in tätig waren, Ihnen nicht nur ein entsprechendes Zeugnis auszustellen, sondern Ihnen auch auf LinkedIn Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu bestätigen oder bestenfalls sogar eine Empfehlung zu schreiben.
Nutzen Sie das Netzwerk auch für die Stellensuche. Sprechen Sie nicht nur ausgewählte Kontakte an, sondern kommunizieren Sie über Ihr Profil (so u. a. im Infotext) ganz konkret, was Sie suchen, und welche persönlichen Qualitäten Sie zu bieten haben.
Handhaben Sie Ihr Profil genauso professionell wie Ihre Bewerbungsunterlagen. Ein zu Ihrem Wissen sowie Ihrer Persönlichkeit aussagekräftiger, regelmäßig aktuell gehaltener LinkedIn-Auftritt unterstützt Sie immer auch bei Ihren Bewerbungen und sonstigen Ambitionen. Machen Sie daher Ihr Profil auch in Ihren Bewerbungsunterlagen sichtbar, zum Beispiel über den dort mit aufgenommenen LinkedIn-Profil-QR-Code, den Sie über die mobile Ansicht erhalten.
Nicht nur bei der Stellenbesetzung spielt das Empfehlungsmarketing eine immer größere Rolle. Bevor Sie die Möglichkeit zu einer persönlichen Vorstellung erhalten, informieren sich Recruiter:innen auf LinkedIn über Sie. Diese nutzen darüber hinaus die Plattform aktiv, um neue Talente zu suchen.
Nicht umsonst gilt LinkedIn daher als erste Anlaufstelle im Netz, um mehr über eine Person im beruflichen Kontext zu erfahren. Obwohl Ende des Jahres 2022 weltweit bereits jede Minute acht Jobs über LinkedIn vergeben wurden, sind jedoch nur zehn Prozent aller Bewerber:innen auf diesem Kanal aktiv.
Auch wenn die letzte Zahl den Stand von 2020 wiedergibt, wird eines deutlich: Wenn Sie im digitalen Netzwerk nicht zumindest mit einem ansprechenden Profil zu finden sind, scheiden Sie von vornherein und damit deutlich vor einem möglichen ersten persönlichen Kontakt aus.
Sie wollen über Ihr eigenes LinkedIn-Profil hinaus sukzessive an Sichtbarkeit und Reichweite gewinnen? Dann sollten Sie nicht nur und vor allem nicht als Erstes eigene Beiträge in den Fokus nehmen. Schließlich ist die Plattform ein soziales Netzwerk, in dem es um Interaktion und Austausch geht.
Nutzen Sie, besonders dann, wenn Ihr Netzwerkaufbau oder auch Ihre Expertise noch am Anfang stehen, vor allem Kommentare, um Ihren digitalen Fußabdruck zunächst unter den Inhalten anderer zu hinterlassen. Achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare möglichst einen Mehrwert bieten und bestenfalls zum Austausch einladen. Denn dann werden andere Personen auf Sie aufmerksam.
Wenn Ihr Netzwerk eine gewisse Größe erreicht hat, können Sie auch damit beginnen, eigene Inhalte zu teilen. Spätestens jetzt wird der Algorithmus auf Sie aufmerksam. Denn auf LinkedIn bedienen wir immer zwei Zielgruppen: die User:innen und damit das Netzwerk sowie die Technik im Hintergrund.
Entscheidend ist, dass es immer mehr und besser gelingt, beides miteinander zu verknüpfen: die Interaktion mit anderen über Kommentare und über eigene Beiträge. Wenn auch nicht von heute auf morgen folgt doch an dieser Stelle das Networking dem Personal Branding: Andere folgen Ihnen oder wollen sich mit Ihnen vernetzen. Zudem können Sie für sich interessante oder relevante Personen aktiv ansprechen und in Ihr Netzwerk einladen.
Menschen folgen Menschen. Als Menschen interessieren wir uns für die persönlichen Geschichten anderer. Dennoch muss auf einer Business-Plattform wie LinkedIn niemand das eigene Netzwerk mit ins Wohnzimmer oder den Urlaub nehmen. Personal Branding bedeutet schließlich auf diesem Kanal – anders als in anderen Social Networks – nicht automatisch auch „Private Branding“.
Vielmehr entscheiden Sie darüber, was aus Ihrer individuellen Geschichte oder zu Ihren eigenen Werten sichtbar und bekannt wird. Im Einzelfall kann es jedoch für einen Kommentar oder Beitrag sinnvoll sein, persönliche Aufhänger zu nutzen. Auf diese Weise lassen sich berufliche Themen mitunter oder gar meist leichter rüberbringen und Verbindungen zwischen fachlichen Themen und Ihrer Person schaffen.
Nutzen Sie Ihr Profil und die darüberhinausgehende Sichtbarkeit Ihrer Person und Expertise auf LinkedIn für den strategischen Aufbau Ihres Netzwerks.
Starten Sie in jedem Fall mit einer Bestandsaufnahme Ihrer bereits vorhandenen Kontakte, so bspw. aus Ihrem bisherigen Umfeld wie Studium, Praktika, Referendariat und darüberhinausgehenden Networking-Gelegenheiten. Laden Sie diese Personen mit einer individuell formulierten Anfrage proaktiv dazu ein, sich mit Ihnen zu vernetzen.
Haben Sie keine Scheu, sich auf LinkedIn mit anderen Menschen zu verbinden, die Sie bis dato nicht persönlich kennen. Sie können diesen erst einmal „nur“ folgen und schauen, ob diese zu Ihnen und Ihren Networking-Zielen passen. Wenn diese Inhalte anbieten, die Sie ansprechen, interagieren Sie durch entsprechende Kommentare.
Bleiben Sie über diese Plattform mit Ihren Kontakten in Verbindung, indem Sie bspw. Ihr Profil aktuell halten oder ggfs. auch eigene Beiträge teilen. Finden Sie immer wieder Gelegenheiten, sich regelmäßig mit einigen von diesen auszutauschen – das am besten in einem individuellen Gespräch oder einem persönlichen Treffen auf einer analogen Netzwerkveranstaltung und damit außerhalb von LinkedIn.
Neben neuen Kontakten können Sie auf LinkedIn auch Unternehmen, Kanzleien, öffentlichen Institutionen, Verbänden, Initiativen oder anderen Netzwerken folgen, die für Sie von Interesse sind und für Sie relevante Informationen zur Verfügung stellen.
Diese Vorgehensweise bietet Ihnen die Möglichkeit, mit potentiellen Arbeitgeber:innen oder interessanten Personen in Kontakt zu kommen, deren Profile oder Angebote Sie bis dato noch nicht wahrgenommen haben. Nutzen Sie diese Informationen, um auf LinkedIn und anderswo weiter zu recherchieren und entsprechend neue Kontakte – mitunter auch über Ihre bereits vorhandenen – zu knüpfen.
Personal Branding und Networking mit bzw. durch LinkedIn gelingt Ihnen als Jurist:in bereits vor dem eigentlichen Berufseinstieg leicht und erfolgreich, wenn Sie dies immer mehr zu einem Teil Ihres Lifestyle oder auch Arbeitsalltags werden lassen, so dass Ihnen Ihr regelmäßiges „LinkedIn“ mit der Zeit immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit wird. Natürlich nur, wenn Sie Ihren Auftritt dort und damit Ihr Profil sowie ggfs. auch Ihre eigenen Inhalte professionell aufsetzen und strategisch ausrichten. Gründe, dies zeitnah anzugehen, gibt es ja (siehe oben) genug.
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